Yoga üben und füh­len, wie ich ganz am Anfang ste­he: das ist echt eine Demuts­lek­ti­on des Yoga-All­tags! Ja, in Yoga bin ich ein ech­ter Anfän­ger… mit 11 Jah­ren Erfah­rung, sogar 12, wenn ich es genau neh­me! So ist es in Yoga wie in so vie­len ande­ren Berei­chen im Leben fin­de ich. Je mehr ich weiß und ler­ne und ver­ste­he, des­to mehr mer­ke ich, wie wenig ich weiß. Sokra­tes wuss­te das schon vor 2500 Jah­ren.

Kleine Demutslektion

Ich übe oft. Ok nicht jeden Tag, aber oft. An man­chen Mona­ten kom­me ich auf 4 oder 5 mal die Woche zuzüg­lich zum wöchent­li­chen Unter­richt, an den ich teil­neh­me. Dazu kom­men jeden Monat Ein­zel­stun­den. Und jede Woche unter­rich­te ich sel­ber. Ach stimmt, hat­te ich das noch nicht erwähnt, ich bin Yoga­leh­re­rin. Fer­tig mit der Aus­bil­dung war ich schon 2009. Also Yoga und ich, wir haben schon einen lan­gen Weg gemein­sam beschrit­ten.

Den­noch blei­ben die­se Momen­te, wo ich aus mei­nem tiefs­ten Unbe­wusst­sein ver­su­che einem Bild vom Yogi zu ent­spre­chen. Ich weiß ganz genau, dass die­ses Bild ein pures Kli­chee dar­stellt. Gleich­zei­tig ärge­re ich mich dar­über, dass ich mich für die Aus­füh­rung mei­ner Asa­nas (ein­zel­ne Posi­tio­nen hei­ßen in Yoga so) nicht so bewun­de­re. Dabei habe ich in Yoga, dank Yoga, mit Yoga so viel gelernt, dass ich jede Men­ge Grün­de habe, stolz auf mich, mei­ne Aus­füh­run­gen und mei­nen Unter­richt zu sein. Aber auch gute Grün­de kann ich wun­der­bar links lie­gen las­sen, auch wenn sie der Weg zu mehr Zufrie­den­heit in mei­ner Yoga­tä­tig­keit bedeu­ten und brin­gen wür­de. Zumin­dest an man­chen Tagen 😉

Da weitermachen

Trotz die­ses Gefühls des »nicht wei­ter gekom­men sein«, habe ich mit Yoga auch begrei­fen kön­nen, dass es ein wich­ti­ger Pro­zess ist, der mich… einen wei­ter­bringt. Es ist an der Stel­le ganz wich­tig nicht auf­zu­hö­ren, son­dern genau da wei­ter­zu­ma­chen.

Dafür ist es heil­sam etwas bei dem Gefühl zu blei­ben, was in mir hoch­kommt, wenn ich fest­stel­le, dass ich noch so viel zu ler­nen habe. Was taucht auf in mir? Und da kurz inne­hal­ten. Nicht gleich das Gefühl bei­sei­te schie­ben, son­dern auch die Chan­ce ergrei­fen, sich bes­ser ken­nen­zu­ler­nen. Auch das ist Yoga, es wirkt nicht nur auf der bio­lo­gi­schen Ebe­ne son­dern auch auf der psy­cho­lo­gi­schen wie sozia­len Ebe­ne.

Und dann, kann ich erfrischt, wei­ter­ma­chen bezie­hungs­wei­se anfan­gen. Wenn ich es schaf­fe, jede sol­cher Erfah­run­gen wie einen Anfang zu betrach­ten und eine Neu­gier­de auf das, was kommt, an den Tag zu legen, kann ich eine neue Fri­sche und Ener­gie in »mein« Yoga brin­gen, in mein Üben und in mei­ne Betrach­tung dar­auf.

 

Viel Fri­sche beim Üben und Inne­hal­ten,

Herz­lichst,

Isa­bel­le Tscher­nig-Loren­zi

 

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