Das Glück ist für viele wie der Honigtopf am Ende des Regenbogens, dabei liegt es am Wegesrand… oft zumindest.

Wenn ich mich mit Freunden und Bekannten oder auch mit Klienten über Glück austausche, wird eins schnell klar: jeder läuft hinter etwas vagem hinterher. Jeder definiert „sein“ persönliches Glück anders. Es sind Beziehungen, die ungeklärt sind, Wetterlagen, Nachbarn oder Chefs, die einem nicht passen und und und. Aber was ist eigentlich Glück? Für die meisten ist Glück erstens in Zukunft, zweitens in Konditionell und drittens ist es etwas Anderes, als das, was da ist. Für meine Freundin und Kollegin Celia Elsdörfer (http://www.keepweight.de), die viel mit von Essstörungen geplagten Klienten arbeitet, ist beim Thema glücklich-sein das Eigenbild vom Körper ausschlaggebend. Auch da ist das Bild vom Glück, etwas, wonach man strebt. Glück ist selten JETZT. Zumindest wird es selten da gesehen. Ich persönlich finde es anstrengend und belastend, Chimären hinterher zu laufen.

Aufhören zu suchen!

Jaja, es klingt ganz leicht, wenn man es nicht gerade leicht mit dem Leben hat. Soll ich mich mitten in einer sehr unangenehmen Phase auch noch nach dem Glück umsehen, das um mich herum liegen könnte? Vielleicht lohnt es sich das zu versuchen…

Definitionen von Glück wie „Mit einem anderen Chef/Mitarbeiter/Kollege/Haus/Wohnort/Klima ginge es mir besser“ sind sozusagen der Abschied vom Glück selbst für mich. So als würde ich mir so viele Hindernisse zum Glück aufstellen, dass ich ja nicht finden kann. Glück will nämlich verdient sein. Oder?

Und wenn Glück darin bestehen würde, es zu finden? Genau mit den Begebenheiten des Lebens JETZT glücklich sein: mit dem blöden Kollegen, der diese spitzen Bemerkungen macht, in der alten Mietwohnung, mit dem bisherigen Partner… Wie wäre es, wenn ich dem Glück im JETZT eine Chance geben würde? Stellen Sie sich vor, Sie hören einfach auf danach zu suchen. Hören auf, in dem Mangel zu leben. Fangen an, das zu lieben, was da ist. Wie wäre es, wenn das das grosse Glück auf Erde wäre? Keine Insel auf der Karibik, kein Millionenvermögen, keinen neuen Partner, Chef, Wohnort, kein neues Leben… sondern das alte, alles beim Alten und dann einfach sein Glück versuchen… ups ich meinte finden!

Wenn mein Glück von den anderen, von einem anderen Zeitpunkt, von einem anderen Raum abhängt, hängt es an einem sehr dünnen Faden… beziehungsweise eher in der Luft! Alles außen, nichts innen.

Glück fängt innen an

Der Vorteil ist dann, dass das Glück überall dabei sein kann.

Wie Gerd Ruge mal gesagt hat: „Glück ist ein bisschen die Kunst, kein Pech zu haben“. Das stimmt natürlich auch. Aber kann man da überhaupt etwas an seinem Glück gestalten? An der Stelle stellt sich die Frage, ob es von der Geisteseinstellung und der inneren Haltung abhängen kann.  Oder wie kann ich sonst erklären, dass manche Menschen, die von Schicksalsschlägen getroffen wurden, sagen, dass sie nach ihrem Unfall erst glücklich wurden. Kinder, die in Armut leben Spaß am Leben haben und verwöhnte Schnösel auf Dauer frustriert und unzufrieden sind. Womit hängt es zusammen? Diese Frage kann vermutlich nur jeder für sich beantworten. Allerdings kann ich Ihnen bei der Antwort ein paar Hilfestellungen geben. Es gibt tolle Literatur zu dem Thema, ich liebe „Hector Reise oder die Suche nach dem Glück“  von Francois Lelord https://de.wikipedia.org/wiki/Hectors_Reise.

Ich habe inzwischen gelernt -und übe weiter, tagtäglich- das Schöne in den kleinen Dingen zu sehen und ihm einen Platz in meinem Leben zu gestalten. Deshalb mache ich so viele Bilder, oft, wenn ich meine täglichen Spaziergänge mache. Somit hebe ich mir meine Glücksmomente auch für die glücksärmeren Tagen uns Momente auf 😉 Ich mache Fotoalben, dank der Digitalisierung, ein Klacks! Und deshalb stelle ich für Sie regelmäßig meine schönsten Augenblicke in der Galerie. Es ist meine Art dem Leben und auch dem Glück gebe ich eine Chance, es sich mir breit zu machen.

Eins ist klar, wir können tagtäglich etwas für unseres Glücklich-sein tun.

Biete dem Glück einen Stuhl an!

Wie wäre es, das einfach zu TUN: die Gelegenheiten beim Schöpf packen, die das Leben bieten. Mir fiel am Anfang schwer. Dann aber kamen immer mehr -zum Beispiel bei unguten Ereignissen, die das Glück trüben können- der Satz: „Mal schauen, wofür es gut sein wird“. Dazu die Momente nutzen, die da sind. Im Sommer am Wegesrand halte ich gerne Ausschau nach all den hübschen Blumen, ich lasse mich vom unerwarteten Vogel-Konzert im Wald verzaubern, ich genieße den Freudentanz vom Hund beim Nachhause kommen, die gute Nachricht einer Freundin, die Genesung eines Verwandten… Reicht es zum Glücklich sein, das Schöne, was das Leben bietet, zu sehen und wertzuschätzen?

Diese vielen Kleinigkeiten sind meine Mini-Glücksmomente. Wie viel Platz schenken Sie dem Glück in Ihrem Leben? B.E.W.U.S.S.T?  Könnte es die Kunst des Glücklichseins sein? Die schönen Momente, egal wie unscheinbar sie sind, den Platz zu schenken, der uns gut tut. Und es geht hier nicht -das sage ich mal für die Miesepeter unter uns, mich manchmal inklusive- darum, alles durch die rosarote Brille zu sehen. Nein, es geht darum, sich zu entscheiden, die Macht über sein Leben, nicht Ereignissen zu überlassen, die einen NICHT GLÜCKLICH machen. Wenngleich diese Ereignisse da sind, sind SIE derjenige, der entscheidet, was nebenan auch noch GEWICHT und PLATZ in Ihrem Leben hat.

Ich möchte Sie ermutigen zu versuchen, das, was Ihnen den letzten Nerv kostet, zu überprüfen, ob es wirklich zählt, ob es wirklich alles ist, was in Ihrem Leben Platz haben soll. Vielleicht reizt es Ihnen ja, Platz im Leben für all die Sachen zu machen, die Sie glücklich machen JETZT. Nicht, das was auf der „bucket list“ steht.

Geben Sie dem Glück eine Chance. Wenn es sich zeigt, bieten Sie ihm einen Stuhl an, laden Sie es zum Bleiben ein.         Viel… Glück damit!

Herzlichst,

Isabelle Tschernig-Lorenzi

 

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