In meinem letzten Post ging es mir um Unzufriedenheit. In diesem Post geht es um Dosierung von Emotionen, was nicht voneinander zu trennen ist. Also Beziehung, aber richtig!

Wenn ich den Titel so lese, klingt es, als hätte das goldene Mittel in meinem Besitz und wüsste es genau, worum es ankommt. Wie es halt so ist, stimmt es nicht direkt, ach was sage ich, das stimmt ganz und gar nicht. Denn sonst würde es bei uns zu Hause nie Krach geben. Aber … ist das wirklich ein Zeichen, dass es nicht gut läuft?

natürlich bleibt jedem überlassen, wie es für ihn sich anfüllt und es gibt klärende Streitgespräche und andere, die einen lange runterziehen. An der Stelle ist wahrscheinlich keins ein Garant, dass es irgendwann auseinander geht. Den GARANT gibt es NICHT, in keiner so guten Beziehung!

Also kann man sich fragen, woran man ist. Stimmt. Ich glaube mit meinem ganzen Herzen und inzwischen mit meinem ganzen Fachwissen, dass „das Richtige“ in dem Maß liegt.

Die goldene Mitte

Wenn man von Ernährung spricht, denke ich oft an die Lebensregel meines Vaters (er ist immerhin 97 Jahre alt!): ein bisschen von Allem, aber im Maßen. Welches Maß ist da richtig ist nicht hier das Thema… vielleicht in einem nächsten Blogbeitrag, denn das ist auch heute echt fraglich, wo, was, wann essen und wie viel davon!

Kommen wir also zurück zu unserem Anliegen: das richtige Maß in Beziehung. Sicherlich ist die Frage berechtigt, Maß an was denn bitte schön? Liebe, Sex, Streit? Ja warum denn nicht. Aber genauer geht es um die Emotionen. Wut, Trauer, Freude, Angst, Überraschung und Ekel (ja, auch die zwei sind EMOTIONEN!). WAS fragen Sie Liebe ist nicht mal dabei? Liebe ist ein Gefühl und hat viele Gesichter. Manche Menschen verwechseln ihre Eifersucht oder ihr Kontrollbedürfnis mit diesem Gefühl. Die Emotionen, sind das, was uns packt und ergreift! In meinem Blogbeitrag http://tschernig-lorenzi.de/unzufriedenheit-in-beziehungen/ von Montag 19.09.2016 schreibe ich, dass Unzufriedenheit kein Weg ist. Es ist eine Erscheinung, die es wert ist anzuschauen, um zu prüfen, was sich dahinter verbirgt. Oft steckt dahinter eine (oder viele!) Kritik an dem Gegenüber in der Beziehung, und ja, ich wiederhole mich, es ist wichtig seinen Anteil an der Situation zu prüfen, und nicht zu verkennen.

Kritik ausüben üben

Darüber hinaus ist Kritik ein wichtiger – gar NOTWENDIGER – Punkt und hier möchte ich genauer darstellen, inwiefern es mit Emotionen und schliesslich mit Maß zusammenhängt. Deshalb komme ich zu der Essenz meiner Überzeugung. Einerseits ist es sehr wichtig mit sich kritisch zu sein, andererseits essenziell auch den Anteil des Anderen zu betrachten. Kritik ist Wertschätzung und ein Zeichen von Wertschätzung. Damit gebe ich etwas von mir, teile meine Ansicht, meine Verletzung, MEINE Betrachtung der Situation. Es geht bei Kritik NICHT darum, den anderen diese Betrachtung aufzuzwingen. Deshalb ist es eine fragile Gratwanderung, deshalb gilt es an der Stelle, seine Emotionen langsam und behutsam Luft zu lassen und dem anderen mitzuteilen. Emotionen können gewaltig sein. Nicht nur die Wut ist zerstörerisch, auch die Angst zieht ganze Familien runter oder die Trauer legt sich wie eine Bleidecke, ungeteilt auf alle usw. Es ist eine Gratwanderung, weil man leicht moralisch, vernichtend, verletzend werden kann.

Ich fasse mich also nochmals zusammen, auf das Risiko hin, mich zu wiederholen. Ich kann und will meinen Mitmenschen behutsam mitteilen, wie es in mir aussieht. Je gewaltiger die Emotionen, je dosierter und behutsamer möge die Mitteilung sein. Und dieses Mitteilen, Kritik ist ein Teil davon, möge niemanden prellen und verletzen aber auch nicht ausschliessen. Das bedeutet, dass diese Straße zwei Fahrrichtungen hat. Teile ich etwas mit, ist es nur fair und gesund, den Gegenüber sich mitteilen zu lassen. Was bewirkt es bei ihm? Wie geht es mir dann damit?

Ich hoffe, Sie konnten mir folgen, ich bin mit dem ganzen Herzen bei dem Thema dabei und das Thema Emotionen und Beziehungen betrifft uns ALLE in Beziehung mit ALLEN.

Viel Behutsamkeit und Achtsamkeit beim Kritik ausüben üben und Beziehungen pflegen.

Herzlichst,

Isabelle Tschernig-Lorenzi